Wissenschaftsgemeinschaft unter DZA-Federführung wird Teil der kalifornischen Zwicky Transient Facility ZTF

Eine Gemeinschaft deutscher Forschungseinrichtungen tritt unter Federführung des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) der Zwicky-Transient-Facility-Partnerschaft bei.
Zu den deutschen Beteiligten gehören nun ebenso das Leibniz-Institut für Astrophysik AIP in Potsdam und das Deutsche Elektronensynchrotron DESY. Die drei Institutionen erweitern damit das wissenschaftliche Kooperationsnetzwerk in Europa und ein Team von Weltklasse-Forschenden und Studierenden.
“Das sind spannende Neuigkeiten. Das DZA zieht rasch außergewöhnliche Talente aus aller Welt an und entwickelt eine moderne Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur. Ich bin überzeugt, dass wir eine verlässliche und langfristige Partnerschaft aufbauen werden, die der Astrophysik sowohl in den USA als auch in Europa zugutekommen wird."
Mansi Kasliwal, Professorin für Astronomie am Caltech und leitende Forscherin der ZTF
Das im Aufbau befindliche Deutsche Zentrum für Astrophysik wird als neues Zentrum für wissenschaftliche Innovationen in der Lausitz aufgebaut. Das Zentrum möchte mit modernster Forschungsinfrastruktur und Nachhaltigkeit bestmögliche wissenschaftliche Forschung in der Astrophysik ermöglichen, mit anfänglichem Fokus auf Radio- und Multi-Messenger-Astronomie.
Prof. Stefan Wagner (Universität Heidelberg/DZA), Prof. Matthias Steinmetz (Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und Prof. Samaya Nissanke, Leitende Wissenschaftlerin bei DESY, die eine langjährige Zusammenarbeit mit Mitgliedern der ZTF-Multimessenger-Wissenschaftsgruppe pflegt, leiten verschiedene Forschungsschwerpunkte im DZA und sind nun ZTF-Co-Forschende.

"Schon im Jahr 2009 habe ich begonnen, eng mit den ZTF-Kollegen zusammenzuarbeiten – damals mit dem Vorgänger, der Palomar Transient Factory. Umso mehr freue ich mich, nun offizielle Partnerin bei ZTF zu sein. ZTF ist für eine Vielzahl von Entdeckungen ein außergewöhnliches Instrument und hat buchstäblich den Weg bei der optischen Nachverfolgung von Gravitationswellen-Mergern in den vergangenen sieben Jahren beschrieben", sagt Samaya Nissanke, deren Forschung sich auf die Untersuchung von verschmelzenden Schwarzen Löchern und Neutronensternfusionen als Quellen von Gravitationswellen konzentriert.
"Gemeinsam mit dem ZTF-Team haben wir enorm viel darüber gelernt, wie man nach solchen Ereignissen sucht, angefangen von der Software und Beobachtungsstrategien bis hin zur Instrumentierung für ein tieferes Verständnis des dynamischen Himmels in Echtzeit. Die ZTF-Zusammenarbeit ist darüber hinaus unglaublich unterhaltsam: Sie bringt eine bemerkenswert vielfältige und kreative Zusammenarbeit von Forschenden zusammen, deren Ideen und Energie die Wissenschaft ständig vorantreiben."
Prof. Dr. Samaya Nissanke, Leitende Wissenschaftlerin bei DESY und Wissenschaftlerin für Multimessenger-Astronomie am DZA
"Mit ZTF und unserer gut etablierten Zusammenarbeit mit dem DZA kann das AIP nun unser spektroskopisches Survey-Portfolio um eine neue Dimension erweitern – die Zeitdomänen-Astrophysik", fügt Matthias Steinmetz vom AIP hinzu.

Stefan Wagner hat das Forschungsfeld transienter astrophysikalischer Phänomene in der vergangenen Jahrzehnten in alle Wellenlängenbereiche erweitert. „Ich freue mich, dass mit der Mitgliedschaft in ZTF eine wichtige Basis für das DZA gelegt wird, auf der künftige Vorhaben der Transientenforschung des DZA aufbauen werden. Wir interessieren uns außerdem dafür, Big-Data-Methoden und -Technologien einzusetzen, um robotische Himmelsüberwachung voranzubringen“. Als Partner bei ZTF werden er und das DZA Team die Übertragung der Echtzeit-Daten von Caltech IPAC nach Deutschland sicherstellen und dafür erste Schritte zum Aufbau eines Rechenzentrums des DZA einleiten.
"Die Erforschung des dynamischen Universums erfordert derzeit ständige Innovationen in der Datenwissenschaft, damit Astronomen große Datenströme mehrerer Teleskope schnell analysieren können. Ich freue mich darauf, mit unseren Kollegen beim DZA exzellente Vermessungsdaten von ZTF für die astronomische Gemeinschaft weltweit bereitzustellen", sagt Matthew Graham, ein leitender Forscher von ZTF.
Unter Federführung des DZA wird diese Wissenschaftsgemeinschaft ein Haupt-Partner der ZTF mit vollem Zugang zu den proprietären Daten der Zwicky Transient Facility.